Aktuell | JESS! PR - Jörn Seidel Promotion

GARLAND JEFFREYS - "I'm Alive"

Garland Jeffreys - I'm alive

Der Mann, um den es an dieser Stelle gehen soll, steht für den Sound von New York; er ist der Erfinder des Kulturen übergreifenden, unverblümten und urbanen Rock’n’roll. Besser noch: Garland Jeffreys startet ins Jahr 2006 als wäre gerade erst der Anfang seiner Karriere.

Laut eigener Aussage kommt Garland schon „bald in eine Stadt in deiner Nähe“, um neue und alte Songs aus seinem Repertoire vorzustellen – die außergewöhnliche Kollektion, die demnächst erscheint, trägt den Titel „I’m Alive“. Hier treffen viele seiner größten Hits aus den vergangenen dreißig Jahren auf spannendes neues Material. Die Platte soll als Vorgeschmack für eine Art Europa-Invasion dienen, die er mit massig Live-Auftritten und Performances zelebrieren will.

Dabei tut es nichts zu Sache, ob man seiner Musik als Neuling begegnet oder sie auf ein Neues kennen lernt – von seiner eleganten Eloquenz und seinem schier grenzenlosen Enthusiasmus wird man in jedem Fall beeindruckt sein. „Viele Leute behaupten immer, dass sich meine Musik wie die Stadt New York anhört und anfühlt, und ich glaube, sie haben recht“, berichtet Garland lächelnd. In seiner Wohnung an der Lower East Side von Manhattan, wo er mit seiner Gattin und der jungen Tochter lebt, hört man im Gespräch wiederholt heraus, dass er vor Lebenslust und Zufriedenheit nur so strotzt.

„Ich bin begeistert“, antwortet er auf die Frage nach seinem neuen Album und der Zusammenarbeit mit Universal. „Es fühlt sich an, als ob ich gerade einen zweiten Frühling, eine Renaissance durchleben würde.“ (Und das von einem Mann, der schon im zarten Alter von 19 Jahren nach Florenz aufbrach, um die Kunst der Renaissance zu studieren). „In den vergangenen drei Jahren habe ich unglaublich viele Shows gespielt, war viel unterwegs –, und es hat mir mehr Spaß gemacht als jemals zuvor! Durch die Songs, die ich Abend für Abend gesungen habe, ist es mir gelungen, wieder besser mit mir selbst in Kontakt zu treten. Ich habe neue Energie geschöpft; dazu habe ich inzwischen diesen Zustand erreicht, in dem man sich absolut frei und ungezwungen auf der Bühne fühlt.“

Garlands Musik hat schon immer die Einflüsse seiner schwarz-weiß-puertoricanischen Herkunft mit dem Eklektizismus seiner Jugendzeit in Sheepshead Bay, einem Teil Brooklyns, verknüpft.

„Wir waren Katholiken, aber die Baptistenkirche lag viel näher, direkt am anderen Ende der Straße. Viele meiner Freunde waren Juden, aber gleich neben uns wohnten zwei italienische Familien. Eine Familie aus China gab es auch. Alles funktionierte absolut gut, und unsere Gegend wurde schließlich als ein Paradebeispiel in Sachen kultureller Schmelztiegel bekannt. Doch natürlich gab es auch in unserer Gegend hin und wieder Reibereien.“

Auch die musikalischen Einflüsse, die Garland während seiner Jugend in sich aufsaugte, waren ein ähnlich kontrastreiches Potpourri: „Ich habe fantastische Musik gehört in meiner Teenager-Zeit“, berichtet er. „Meine Mutter war noch sehr jung, als sie mich zur Welt brachte, und sie hörte damals noch Duke Ellington, Nat `King´ Cole, Dinah Washington, Billie Holiday, Ray Charles... mein Onkel Nat hatte all diese Platten im Keller, und mein anderer Onkel Dave war Opernsänger zu der Zeit. Ich war der festen Überzeugung, dass ich Frankie Lymon war – er war mein absolutes Idol, mein größtes Vorbild.“ Schon im Kindergarten sang Jeffreys Songs wie „Do The Hucklebuck“ und nahm jede noch so kleine Gelegenheit wahr, seine Performer-Talente unter Beweis zu stellen. Als Siebenjähriger setzte er sich schließlich alleine in einen Zug nach Manhattan („22 Bahnhöfe musste ich zurücklegen, das werde ich wohl nie vergessen.“), um im Haus seines Onkels Klavierunterricht zu nehmen.

Nach seinem Abschluss an der Universität von Syracuse (wo er seinen guten Freund Lou Reed kennen lernte) und besagtem Abstecher nach Italien, kehrte Jeffreys in die Staaten zurück und tobte sich im aufblühenden Greenwich Village in diversen Bandprojekten aus. Zu denjenigen, mit denen er zu dieser Zeit Kontakte knüpfte bzw. mit denen er gemeinsam auf Bühnen stand, gehören u.a. Fred Neil, Tim Hardin, Phil Ochs, und nicht zuletzt Bob Dylan. „Damals war das Village ein Ort, an dem man sich einfach auf eine Bühne stellen und etwas wagen konnte. Wo man ein wenig mit den Hüften wackelte und dann erst schaute, wie die Leute darauf reagierten.“

1969 veröffentlichte Garland dann mit der Band Grinder’s Switch sein Debütalbum auf dem Vanguard Label. Die Band sollte sich schon bald auflösen, aber besagtes Album verhalf ihm dennoch zu einer ersten Solo-LP, die vier Jahre später beim damals unglaublich einflussreichen Atlantic Label erschien. Teile des gleichnamigen Debüts nahm er in Jamaika auf – ein Aufenthalt, der seine Liebe zum Reggae festigte. Schon bald wurde die Single „Wild In The Streets“ eine regelrechte Hymne, die bei unzähligen Radiostationen auf Rotation ging. Seine Reggae-Songs führten zunächst zu Tourneen mit Jimmy Cliff und Toots and the Maytals, letztlich traf er sogar auf Bob Marley. „Nicht nur seine Religiosität und seine Musik waren beeindruckend; ich sah in ihm noch etwas ganz anderes: eine durch und durch liebenswerte Person, einen fantastischen, warmherzigen Typen.“

Während seiner Karriere, in deren Verlauf er einen beeindruckenden Katalog von Alben aufnahm und mit so grandiosen Künstlern wie Luther Vandross (Vokalist), Dr. John (Keyboards), Sly and Robbie (Bass/Schlagzeug) oder Linton Kwesi Johnson arbeitete, warf Jeffreys wiederholt einen Blick in andere musikalische Gefilde; besonders New Wave aus England hatte es ihm angetan. „Europa war schon immer ein Ort, an dem man meine Musik zur Kenntnis nahm“, erzählt er heute. „Unterschiedliche Musikstile aus den verschiedensten Gegenden haben mich bereits seit meiner Kindheit fasziniert. Den größten Einfluss hatte dabei Großbritannien. Die Sounds von dort versprühten eine Dramatik, die ich anderswo nicht so deutlich heraushören konnte, besonders die Platten von The Clash, Elvis Costello und Graham Parker.“ So kam es, dass Jeffreys zu Beginn der Achtziger einen Hit in Europa landete („Matador“) und gemeinsam mit The Rumour durch den alten Kontinent tourte. Steve Goulding, der Drummer von The Rumour, steht ihm auch heute noch zur Seite, wenn Jeffreys eine Bühne betritt.

Damals wie heute kombinieren die Songs von Jeffreys eine furchtlose Herangehensweise mit übersprudelnder Lebenslust und einem starken Vertrauen in das menschliche Potential. „Als US-Bürger, insbesondere als Farbiger, verspüre ich immer wieder den Drang, Songs über meine Hautfarbe zu schreiben, schlichtweg weil ich damit tagtäglich konfrontiert werde. Sicher schreibe ich auch ganz andere Songs, aber man kann schon sagen, dass dieses Thema mir sehr am Herzen liegt. Es ist ein wichtiger Teil von dem, was ich tue. Letztlich liegt mir viel daran, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, um mich für ein besseres Miteinander aussprechen zu können.“

Womit wir wieder bei "I’m Alive" wären: „Ich bin froh, dass ganz unterschiedliche Songs und Stile auf diesem Album vertreten sind. Ich bin mit meiner Kombination aus Rock und Reggae und einem Quäntchen Pop bekannt geworden. So kennt man mich. Doch ich liebe auch Folk, ich liebe Jazz, Balladen, Latin-Rhythmen – ich liebe all diese unterschiedlichen Styles.“

"Zuerst kommt der Song – der Text, dann die Melodie, die Struktur. Dann kommt die Frage: wohin passt dieses Stück? Wohin will es? Könnte es ein Ska-Track sein, oder ist es Reggae? Eine Reggae-Jazz-Kombination oder ein langsamer Groove, oder ist es einfach nur Rock’n’roll? Ich spiele gerne mit all diesen Elementen herum, kombiniere sie stetig neu, um schließlich daraus ein in sich schlüssiges Album zu kreieren. Das ist es auch, was diese Compilation ausmacht. Das ist es, was man fühlen wird."

Eine überaus reichhaltige Mischung ist es geworden, und Garland Jeffreys serviert sie wie kein anderer. „Ich fühle mich gut, ungezwungen“, stellt er abschließend fest, „ich genieße jeden Aspekt meines Lebens. Darum beginnt das Album auch mit den Worten: `stumbled all along my path, but I took down notes and I photographed — I’m alive.´ (Deutsch: `bin einen langen Weg entlang gestolpert, aber ich hab Notizen gemacht und fotografiert – ich lebe.´)“

Tracklisting:

01. I’m Alive
02. Return Of The Matador
03. Proud Highway
04. 35 Millimeter Dreams
05. I May Not Be Your Kind
06. Wild In The Streets
07. Spanish Town
08. Ghostwriter
09. Christine
10. 96 Tears
11. R.O.C.K.
12. New York Skyline
13. Don’t Call Me Buckwheat
14. Hail Hail Rock’n’Roll
15. The Answer
16. Sexuality
17. Boys And Girls
18. Matador (Bonus Track)

Garland Jeffreys Live:

06. Mai 2006 Berlin / Quasimodo
08. Mai 2006 Hamburg / The Stage Club


Infomaterial von GARLAND JEFFREYS zum runterladen: