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DIE ZÖLLNER "In Ewigkeit" (CD-Album/Vinyl - VÖ: 25.09.2015, edel:content)

Es ist nicht immer leicht, von den Musen gefunden und geküsst zu werden. Schon gar nicht dann, wenn man derart hohe Maßstäbe ans eigene Werk legt wie Dirk Zöllner das tut. In manchen Phasen des Daseins muss man sich den ureigenen Dämonen stellen. Man darf der Traurigkeit nicht ausweichen.

Man muss sich schmerzhaft eingestehen, nicht unfehlbar zu sein. Man muss die eigene Unzulänglichkeit erkennen, überwinden, um danach erleichtert festzustellen, dass man wieder frei ist. Frei im Leben. Frei im Kopf. Frei für neue Ideen. Und mit einem Mal knutschen sie einen wieder wie wild, die so launenhaften Musen.

Dirk Zöllner focht in den vergangenen drei Jahren wüste Kämpfe mit der Welt als solcher und mit sich selbst im Speziellen aus. „Ich steckte aus verschiedenen Gründen in einer Krise”, erzählt der waschechte Berliner und stockt immer mal wieder, wenn er spricht. Passt so gar nicht zu dem 53-jährigen, der im Laufe seiner bald 30-jährigen Karriere in der Öffentlichkeit stets wie der optimistische Gewinnertyp, der smarte Sunnyboy, der „Krieger des Lichts”, wie ihn der brasilianische Star-Autor Paulo Coelho vermutlich kategorisieren würde, gewirkt hatte.

Doch „der Zöllner”, wie der Vollblut-Musiker nicht nur von Freunden, sondern auch von seinen Zehntausenden Fans liebevoll genannt wird, hatte in der jüngeren Vergangenheit „massive Probleme”, wie er sich selbst eingesteht. Hauptgrund dafür, wie so oft bei tief im Inneren hyper-sensiblen Charakteren - und so einer ist der Zöllner letztlich, selbst wenn er das vermutlich nicht immer wahr haben möchte -: Eine große Romanze und deren fatales Ende.

Reaktion auf die Seelenpein: Das einzige, was der Zöllner nach dem letzten Album „Uferlos” von 2012 zu Papier brachte, waren Briefe an seine Muse, weil er sich „so verletzt und schutzlos” fühlte, wie er sagt. „Das waren sehr düstere Zeilen”, reflektiert der Zöllner. Und fährt fort: „Doch irgendwann entwickelten sich diese zu Liedern, die ich einigen meiner Bandmitglieder präsentierte mit der flehentlichen Bitte: „Ergänzt das Ganze mit etwas Hüftschwung, sonst wird das alles total depressiv!” Und so geschah es, weil wir Zöllner einfach seit langer Zeit in Freundschaft verbunden sind, weil keiner von uns den anderen je hängen lassen würde.”

Die Zöllner existieren seit 1988, stehen von Beginn an für unwiderstehlich-tanzbaren Funk & Soul einerseits, für tief gehende Balladen auf der anderen Seite. Neben Namensgeber Dirk ist Pianist André Gensicke - bis heute - Kreativpartner des Mannes mit der unvergleichlichen Stimme. Bis 1997 entstehen sechs Alben mit großer Band, danach versucht Dirk sich in verschiedensten Solo-Projekten, als Musicaldarsteller, als Autor seiner eigenen Biographie. Stets mit Erfolg. Doch Die Zöllner, die sind Dirks Bestimmung. Es ist die damit verbundene einzigartige Kombination aus kernigem Bigband-Sound und dem unbedingten Wunsch zur feinfühligen Interpretation, wenn der Sänger immer wieder seinem Herzschmerz Ausdruck verleiht. André Gensicke ist federführend, doch sämtliche anderen Mitstreiter sind gleichfalls Vollblut-Musiker, vor allem aber: Hier sind wahre Freunde am Werk!

So entsteht 2012, nach 15 Jahren gemeinsamer Pause, mit „Uferlos” das erste „Bigband” Werk seit 15 Jahren. Die Kritik: begeistert. Die Fans sowieso. Fiebrig wartet man auf Nachschub. Doch der kommt nicht, denn der Zöllner ist unglücklich. Paralysiert. Aber auch in den dunkelsten Stunden schreibt er Verse. Zieht sich mit Kompagnon Gensicke traditionell ins Schreibexil zurück. Schließlich hat man genügend Material zusammen, um ins Studio zu gehen. Tonmann und Buddy Marcel Wicher steht bereit. Es dauert Monate, ehe alles so klingt, dass sämtliche Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden sind. Perfektionisten allerorten. Aber eines Tages hat jedes Steinchen seinen Platz im Mosaik gefunden. „In Ewigkeit” ist fertig, so der Titel des Werks.

„In Ewigkeit” ist das Opus Magnum so kraftstrotzend wie verletzlich ganz bewusst betitelt worden, denn „es ist aus Schmerz geboren”, erklärt der Zöllner mit berechtigtem Drama in der rauen Stimme. „Etliche der neuen Lieder, allen voran die Balladen, waren durch ihre extreme Intimität äußerst heftig für mich einzusingen. Gleichzeitig kam der Aufnahmeprozess einer Art Katharsis gleich, einem Befreiungsschlag.”

Nun soll man auf Grund solcher Aussagen nicht darauf schließen, dass „In Ewigkeit” die morbide Angelegenheit eines selbst ernannten Leidensmanns ist. Natürlich gibt es die steinerweichenden emotionalen Bestandsaufnahmen wie „Krieg”, „Asche” oder „Herzwinter”, die niemanden kalt lassen, der schon mal intensiv geliebt und gelitten hat. Demgegenüber stehen allerdings Groove-Hymnen in bester Die Zöllner-Manier, die auch Funk- & Soul-Koryphäen wie Earth, Wind & Fire, Sly & The Family Stone oder Tower Of Power zu allen Ehren gereichen würden: „Wir machen das schon”, „Abgelehnte Frauen” oder der ausgelassene Sommer-Hit „Einmal nur mit dir”. Ganz zu schweigen von der Russen-Polka „Wenn der Himmel mir am Arsch hängt”, in dem der Zöllner euphorisch zu trunkener Anarchie aufruft. Oder von „Durch einander”, ein deftig-saftiges, kokett-lüsternes Anmach-Spiel, ein Hoch auf die spontane Erotik. Scheiß auf Konventionen, der sexuelle Augenblick zählt!

Jedenfalls: „Ich bin wieder zurück, ich bin wieder richtig am Leben, wenn auch auf manchmal wackeligen Beinen”, freut sich der Zöllner. „Und was ich voller großer Freude gelernt habe: Dieser wilde Haufen, die sich meine Band nennt, der ist absolut Familie. Wir sind ein Clan älterer Herren, deren Spirit des Zusammenhaltens von niemandem gestört werden kann. Wer weiß, vielleicht rollen wir die Republik gerade durch diese emotionale Kraft ab sofort neu auf!”

 

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