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KEIMZEIT "Kolumbus" CD - Album (Comic Helden/edel)
VÖ: 27. April 2012

Das 10. Studioalbum zum 30-jährigen Bühnenjubiläum.
 
Dem hiesigen Schmuddelherbst waren sie Richtung Motril in der spanischen Provinz Granada entflogen, ein Album aufzunehmen. Schon der Vorgänger „Stabile Währung Liebe“ hatte in den dortigen „Gismo7-Studios“ akustische Gestalt angenommen. Der finale Mix erfolgte dann vor heimischer Geräusch-Kulisse durch Peter Schmidt und Paul Grau im Berliner Ballsaalstudio.

23 Tage waren sie am Mittelmeer, wie üblich mit einigen Liedern mehr im Gepäck, als ein Album braucht. Jeden Tag wurde konzentriert musiziert, gefeilt, optimiert, abgewogen, aussortiert. Einige Stücke fielen durch das gnadenlose Rüttelsieb der eigenen Kritik, andere wurden komplett umgestrickt.
Am Ende fühlten sich alle ziemlich durch den Wolf gedreht, aber endlich am Ziel: Das Album heißt „KOLUMBUS“.
 
An dieser Stelle folgt üblicherweise die Frage: Was ist denn nun neu am neuen Album? Die Antwort ohne Umschweife: Gottlob nichts von dem, was solche Frager am Liebsten hören wollen, weil es Tiefenanalyse erspart.
Keimzeit-Kundige werden die feinen Unterschiede zu „Stabile Währung Liebe“ hören, jeder Laie wird die Verschiebung des Klangspektrums zu den Alben der Nullerjahre und vor allem zu jenen von Anfang der 90er erkennen.
Der aktuelle Bandklang ist durch die Werkschau „LAND IN SICHT“ sehr gegenwärtig repräsentiert, spektakuläre Soundwechsel wie weiland hinein ins Elektrofeld sind von der Band nicht erwartet, schon gar nicht erhofft worden.
Um einen hinlänglich bekannten Vergleich zu bemühen: Ein guter Bordeaux ändert nicht in jedem Jahr seinen Geschmack. Was ihn indes nicht daran hindert, immer besser zu werden.
 
Entdeckungen hält „Kolumbus“ eine Menge bereit, sowohl musikalisch als auch zwischen den Zeilen von Norbert Leisegangs lakonischer Lyrik.
Da ist so ein Lied wie „Streik“. Keimzeitfans wissen um seine Hitverdächtigkeit, die Nummer wird bereits live gespielt. Norbert Leisegang hat einfach Stimmungen in Berlin aufgenommen, als zum ersten Mal das S-Bahn-Netz zusammenbrach und die Stadt im Chaos versank. Sein Song entwickelt die schalksnarrig-süffisante Vorstellung, wie es denn wäre, wenn wir alle mal eben streiken würden, einfach „aufgrund der allgemeinen Unzufriedenheit“ - viele meinen, es gäbe derzeit hinreichend Veranlassung dazu. Eine Nummer, die, entspannt vor sich hin gepfiffen, eine beträchtliche therapeutische Wirkung bei Alltagsfrustrationen offenbart.
 
Wie auch die zentrale Botschaft eines der schönsten Lieder der Platte (welche allerdings, das muss an dieser Stelle relativierend gesagt werden, eigentlich nur schönste Lieder enthält): „Mitten im Fluss kann man nicht einfach aufhör´n zu schwimmen.“

Da ist die Geschichte des Simeon Podomkin, der arbeitet als Koch in Deutschland, unterwegs im „Nachtzug nach Sofia“ zu seinen kleinen Kindern, denen vor einem halben Jahr die Mutter abhanden kam. Er hat sie Norbert Leisegang im Schlafwagen erzählt. Leisegang erzählt sie uns. Herzenswarm, fernab jeglicher Betroffenheitsduselei und trotzdem, vielmehr: genau deshalb zutiefst berührend.
Faszinierend aus dem Rahmen fällt der „Kettenhund“. Der Song geht auf ein poetisches Thema aus Dschingis Aitmatovs „Die Richtstatt“ zurück, die Geschichte von den Wolfswelpen. In Leisegangs Version kuscht der geprügelte Kettenhund nicht, sondern reißt sich los. Ein Lied, das fast automatisch die Projektoren der Kopfkinos anwirft.

Mit „Kolumbus“ an Bord geht es ab März wieder auf große Fahrt durch den verzweigten Live-Archipel dieses Landes. Ost und Nord sowieso, aber auch West und Süd werden sie ansteuern, nach derzeitiger Routenplanung über 50 Mal vor Anker gehen. Die Mannschaft ist die Bewährte, verstärkt durch einen Trompeter. Bei größeren Aufenthalten wird, wie bereits auf der letzten Tour erlebt, ein ganzer Bläsersatz verstärken. Der Käpt´n hat sein gewinnendes Grinsen nicht verlernt, der Kurs ist richtig, aber das Ziel bleibt unbestimmt:

Fische sind wahre Philosophen, wer was lernen will, hört ihnen zu!

 

KEIMZEIT
Norbert Leisegang: vocals, guitars
Andreas „Spatz“ Sperling: keys, guitar, vocals
Roland Leisegang: drums
Rudi Feuerbach: guitars, vocals
Hartmut Leisegang: bass

 

Die Band im Internet:
www.keimzeit.de

www.facebook.com/keimzeit

 

Material zum Downloaden gibt's hier: